Die Geschichte des TuS Rodenbach ist untrennbar mit seinen Abteilungen verbunden. Jede von ihnen hat den Verein auf ihre eigene Weise geprägt. Die folgenden Meilensteine geben einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Erfolge der Abteilung.

Das Turnen gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Abteilungen des TuS Rodenbach. Seit der Vereinsgründung begeistert die Abteilung Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für Bewegung und Sport. Neben erfolgreichen Turnerinnen und Turnern standen dabei stets Gemeinschaft, Freude an der Bewegung und das ehrenamtliche Engagement im Mittelpunkt. Die nachfolgenden Stationen geben einen Überblick über die Entwicklung und die wichtigsten Meilensteine der Turnabteilung.
18. Mai 1896: Der Funke, der alles entzündete
Wie ein Abend in der Gaststube Wirtgen die Geschichte eines Dorfes veränderte.
Es war der 18. Mai 1896, als sich in der Gaststätte J. Wirtgen eine Handvoll Rodenbacher Bürger zusammenfand. Draußen lag der Frühling über dem Wiedtal, drinnen wurde eine Idee geboren, die 130 Jahre überdauern sollte. Gemeinsam mit Mitgliedern des Burschenvereins Rodenbach, dem Bezirksturnwart W. Bien aus Niederbieber sowie den Turnern Ludwig Hechtmann, Hermann Hechtmann und Fritz Dillenberger legten sie den Grundstein für etwas, das weit größer werden sollte als ein bloßer Turnverein.
Wenige Wochen später, im Juni 1896, hatten sich bereits 30 junge Männer dem neuen Verein verpflichtet, ein Zeichen, das man nicht überhören konnte. Rodenbach wollte turnen. Rodenbach wollte zusammenstehen.
Turnen ohne Geräte – Wo der Wille die Ausrüstung ersetzte
Turngeräte? Gab es keine. Was es gab, war Begeisterung. Woche für Woche trafen sich die Turner zu Frei- und Stabübungen unter der Anleitung von Turnbruder Kappel, Peter Hof und Ludwig Fröhlich. Auch die jungen Frauen aus Rodenbach fanden ihren Platz, sie bereicherten Theater- und Turnveranstaltungen mit Tanzvorführungen und gaben dem Vereinsleben von Anfang an eine besondere Note.Der Durchbruch kam, als der erste Turnwart – ein Schmied beim Rasselstein – eine Reckstange organisierte. Durch Spenden und Einnahmen aus Theateraufführungen konnten weitere Geräte finanziert werden. Der Sportbetrieb nahm endlich Fahrt auf.
Und wie er Fahrt aufnahm! Bereits bei den ersten Bezirksturnfesten errangen die Rodenbacher mit ihren Frei- und Stabübungen erste Plätze. Beim Krahnenbergfest 1903 in Nodhausen sicherte sich die Riege unter Turnbruder Kappel erneut den Sieg. Der Name TuS Rodenbach war in der Region angekommen.
1914 | Der erste Weltkrieg
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurde das Vereinsleben jäh unterbrochen. Die Turner tauschten die Turnhose gegen die Uniform. Vierzehn Vereinskameraden kehrten nie wieder nach Hause zurück. Ihr Andenken blieb im Verein stets lebendig, eine stille Mahnung, dass Gemeinschaft nie selbstverständlich ist.
1918 | Der mühsame Wiederaufbau
Nach dem Krieg begann der mühsame Wiederaufbau. Mit großer Entschlossenheit formierte sich der Verein neu. Bezirksturnfeste brachten nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch dringend benötigte Einnahmen. Anfang der 1930er Jahre reifte ein kühner Plan: eine eigene Turnhalle.
1932 | Ein Gemeinschaftswerk aus Schweiß und Spenden
Durch enorme Eigenleistung und großzügige Spenden der Mitglieder konnte 1932 auf einem gemeindeeigenen Grundstück mit dem Bau begonnen werden. Die Gemeinde stellte den Turnplatz als Pachtland zur Verfügung, mit einer Auflage: Gleichzeitig musste ein Feuerwehrhaus errichtet werden. Mit unzähligen Arbeitsstunden schufen die Mitglieder ein echtes Gemeinschaftswerk.
Im August 1933 wurde die Turnhalle im Rahmen des Kreisturnfestes feierlich eingeweiht. Ein Moment des Stolzes, der sich tief in das Gedächtnis des Ortes einbrannte.
Der Zweite Weltkrieg – Erneut steht alles still
Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben erneut nahezu vollständig zum Erliegen. Die Turnhalle wurde zerstört. Wieder waren es junge Männer aus Rodenbach, die nicht zurückkehrten. Wieder stand ein Dorf vor den Trümmern seiner Gemeinschaft.
Doch es gibt eine Kraft, die stärker ist als jede Zerstörung: der unbeirrbare Wille, wieder aufzustehen.
1950er Jahre | Turnen gewinnt wieder an Bedeutung
Die im Krieg zerstörte Turnhalle wurde wieder aufgebaut.
Nach den schwierigen Jahren des Wiederaufbaus entwickelte sich das Turnen erneut zu einer tragenden Säule des Vereins. Zahlreiche Mitglieder nahmen an Landes- und Deutschen Turnfesten teil und vertraten den TuS Rodenbach über die Grenzen der Region hinaus. Besonders die Turnerjugend wuchs zu einem wichtigen Bestandteil des Vereinslebens heran und legte den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung der folgenden Jahrzehnte.
1960er Jahre | Erfolge auf Landes- und Bundesebene
Mit Kriemhilde und Horst Ostermeier stellte der TuS Rodenbach zwei Turner, die den Verein erfolgreich auf Landes- und Bundesebene vertraten. Gleichzeitig prägten die Mädchen-Gymnastikgruppen über viele Jahre das öffentliche Erscheinungsbild des Vereins und zeigten, dass der Turnsport in Rodenbach weit mehr war als nur Wettkampf – er war fester Bestandteil des Vereinslebens.
1967 | Moderne Trainingsbedingungen
Mit der umfassenden Renovierung und Erweiterung der vereinseigenen Turnhalle wurden die Voraussetzungen für den Turnbetrieb deutlich verbessert. Neue Umkleide-, Geräte- und Duschräume schufen moderne Trainingsbedingungen und stärkten die Turnabteilung nachhaltig. Maßgeblichen Anteil daran hatte der damalige Vorsitzende Horst Ostermeier, dessen Engagement den Verein über viele Jahre hinweg prägte. Ostermeier ist einer jener Menschen, die einem Verein ein Gesicht geben, durch Tatkraft, Hingabe und die stille Gewissheit, dass es sich lohnt, für die Gemeinschaft zu arbeiten.
Heute | Breitensport für alle Generationen
Bis heute gehört das Turnen zu den wichtigsten Säulen des TuS Rodenbach. Mit Kinderturnen, Eltern-Kind-Turnen und modernen Bewegungsangeboten begeistert die Abteilung Menschen jeden Alters. So verbindet sie Tradition mit zeitgemäßem Breitensport und trägt entscheidend zum lebendigen Vereinsleben bei.
