
Vorwort
130 Jahre TuS Rodenbach – das sind 130 Jahre voller Gemeinschaft, Leidenschaft und ehrenamtlichen Engagements.Diese Chronik nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Geschichte unseres Vereins. Sie erzählt von den Menschen, die den TuS Rodenbach gegründet, aufgebaut und über Generationen hinweg mit Leben gefüllt haben. Von sportlichen Erfolgen und schwierigen Zeiten, von unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit und von einem Zusammenhalt, der unseren Verein bis heute auszeichnet.Möge diese Chronik Erinnerungen wecken, Vergangenes bewahren und zugleich zeigen, dass die Geschichte des TuS Rodenbach auch nach 130 Jahren noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
Kapitel I – Der Funke, der alles entzündete
Wie ein Abend in der Gaststube Wirtgen die Geschichte eines Dorfes veränderte. Es war der 18. Mai 1896, als sich in der Gaststätte J. Wirtgen eine Handvoll Rodenbacher Bürger zusammenfand. Draußen lag der Frühling über dem Wiedtal, drinnen wurde eine Idee geboren, die 130 Jahre überdauern sollte. Gemeinsam mit Mitgliedern des Burschenvereins Rodenbach, dem Bezirksturnwart W. Bien aus Niederbieber sowie den Turnern Ludwig Hechtmann, Hermann Hechtmann und Fritz Dillenberger legten sie den Grundstein für etwas, das weit größer werden sollte als ein bloßer Turnverein.
Wenige Wochen später, im Juni 1896, hatten sich bereits 30 junge Männer dem neuen Verein verpflichtet, ein Zeichen, das man nicht überhören konnte. Rodenbach wollte turnen. Rodenbach wollte zusammenstehen.
Der erste Vorstand – Männer der ersten Stunde
Peter Anhäuser übernahm den Vorsitz. An seiner Seite standen Christian Reyter als Stellvertreter, Johann Wirtgen als Kassierer, Karl Kalbitzer als Schriftführer sowie Heinrich Arzbecher und Wilhelm Seuser als Turnwarte. Es waren Männer, die nicht viel redeten, aber anpackten.
Turnen ohne Geräte – Wo der Wille die Ausrüstung ersetzte
Turngeräte? Gab es keine. Was es gab, war Begeisterung. Woche für Woche trafen sich die Turner zu Frei- und Stabübungen unter der Anleitung von Turnbruder Kappel, Peter Hof und Ludwig Fröhlich. Auch die jungen Frauen aus Rodenbach fanden ihren Platz, sie bereicherten Theater- und Turnveranstaltungen mit Tanzvorführungen und gaben dem Vereinsleben von Anfang an eine besondere Note.
Der Durchbruch kam, als der erste Turnwart – ein Schmied beim Rasselstein – eine Reckstange organisierte. Durch Spenden und Einnahmen aus Theateraufführungen konnten weitere Geräte finanziert werden. Der Sportbetrieb nahm endlich Fahrt auf.
Erste Siege, erster Stolz
Und wie er Fahrt aufnahm! Bereits bei den ersten Bezirksturnfesten errangen die Rodenbacher mit ihren Frei- und Stabübungen erste Plätze. Beim Krahnenbergfest 1903 in Nodhausen sicherte sich die Riege unter Turnbruder Kappel erneut den Sieg. Der Name TuS Rodenbach war in der Region angekommen.
Eine Fahne für die Ewigkeit
Ein Moment, der das Herz des Vereins bis heute berührt: Im Jahr 1900 wurde für 160 Mark bei einer Bonner Fahnenfabrik die erste Vereinsfahne angeschafft. Im Juli desselben Jahres weihte Pfarrer Wemper sie feierlich ein. Diese Fahne war mehr als Stoff und Farbe, sie wurde zum Symbol für Zusammenhalt, Stolz und Identität. Für eine Gemeinschaft, die gerade erst begonnen hatte, ihre Geschichte zu schreiben.
Es war nicht der Sport allein, der die Menschen zusammenführte. Es war die Überzeugung, dass man gemeinsam mehr bewegen kann als jeder für sich.
Kapitel II – Durch Dunkelheit und Trümmer
Wie zwei Weltkriege das Vereinsleben zerstörten und der Wille zum Neuanfang stärker war
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurde das Vereinsleben jäh unterbrochen. Die Turner tauschten die Turnhose gegen die Uniform. Vierzehn Vereinskameraden kehrten nie wieder nach Hause zurück. Ihr Andenken blieb im Verein stets lebendig, eine stille Mahnung, dass Gemeinschaft nie selbstverständlich ist.
Der mühsame Wiederaufbau nach 1918
Nach dem Krieg begann der mühsame Wiederaufbau. Mit großer Entschlossenheit formierte sich der Verein neu. Bezirksturnfeste brachten nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch dringend benötigte Einnahmen. Anfang der 1930er Jahre reifte ein kühner Plan: eine eigene Turnhalle.
Ein Gemeinschaftswerk aus Schweiß und Spenden
Durch enorme Eigenleistung und großzügige Spenden der Mitglieder konnte 1932 auf einem gemeindeeigenen Grundstück mit dem Bau begonnen werden. Die Gemeinde stellte den Turnplatz als Pachtland zur Verfügung, mit einer Auflage: Gleichzeitig musste ein Feuerwehrhaus errichtet werden. Mit unzähligen Arbeitsstunden schufen die Mitglieder ein echtes Gemeinschaftswerk. Im August 1933 wurde die Turnhalle im Rahmen des Kreisturnfestes feierlich eingeweiht. Ein Moment des Stolzes, der sich tief in das Gedächtnis des Ortes einbrannte.
Der Fußball kommt nach Rodenbach
Bereits in den 1920er Jahren hatten jüngere ehemalige Turnvereinsmitglieder einen Fußballverein gegründet. Der Hintergrund: Ein Antrag auf Gründung einer Fußballabteilung innerhalb des Turnvereins war abgelehnt worden. Doch der Fußball ließ sich nicht aufhalten. Die ersten Spiele fanden „Auf der Lay“ statt. Tore mussten vor jedem Spiel mühsam transportiert werden, Trikots nähte man zuhause, Fußbälle bezahlte jeder aus eigener Tasche. Der erste richtige Platz entstand „Auf dem Stolz“ auf einem Grundstück von Julius Lotz. Schnell gab es eine erste, zweite und Jugendmannschaft. Sogar die Reservemannschaft von TURA Düsseldorf gastierte zu Freundschaftsspielen.
Die Vereinsfarben wechselten von Schwarz-Weiß zu weißen Hosen und rot gestreiften Trikots. Doch trotz aller Leidenschaft musste der Fußballverein 1928 seinen Spielbetrieb einstellen.
Der Zweite Weltkrieg – Erneut steht alles still
Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben erneut nahezu vollständig zum Erliegen. Die Turnhalle wurde zerstört. Wieder waren es junge Männer aus Rodenbach, die nicht zurückkehrten. Wieder stand ein Dorf vor den Trümmern seiner Gemeinschaft.
Doch es gibt eine Kraft, die stärker ist als jede Zerstörung: der unbeirrbare Wille, wieder aufzustehen.
Kapitel III – Phönix aus der Asche
Der 27. März 1949: Ein Tag, der alles veränderteAm 27. März 1949 begann ein neues Kapitel und was für eines. Im Lokal Muscheid wurde der Sportverein neu gegründet. Die französische Besatzungsmacht hatte reine Turnvereine zunächst nicht zugelassen. Also fand man einen anderen Weg. Hermann Stein wurde Vorsitzender, unterstützt von Willi Wortig, Erhard Ries, Fritz Kubernath und Heinz Ostermeier.
Der Fußball lebt wieder
Bereits 1950 rollte der Ball wieder in Rodenbach. Fritz Schmitz wurde zum zweiten Vorsitzenden und Fußballobmann gewählt. Am 13. Januar 1952 erhielt der Verein seinen heutigen Namen: Turn- und Sportverein Rodenbach. Ein Name, der Programm war und bis heute geblieben ist.
Aufbau mit bloßen Händen
Die im Krieg zerstörte Turnhalle wurde wieder aufgebaut. 1951 entstand auf einem von der Gemeinde gepachteten Acker – größtenteils in Eigenleistung – ein neuer Sportplatz. Im selben Jahr wurde er im Rahmen des 55-jährigen Vereinsjubiläums gemeinsam mit dem Gauturnfest eingeweiht. Man kann sich vorstellen, wie die Menschen an diesem Tag auf das Geschaffene blickten: mit feuchten Augen und stolzgeschwellter Brust.
Die Turner erobern Deutschland
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der TuS zu einem sportlichen Aushängeschild der Region. Die Turnabteilung sorgte weit über das Mittelrheingebiet hinaus für Anerkennung. Zahlreiche Mitglieder nahmen an Landes- und Deutschen Turnfesten teil. Mit Kriemhilde und Horst Ostermeier erreichte der Verein sogar Erfolge auf Landes- und Bundesebene. Die Turnerjugend wurde zum tragenden Pfeiler des Vereinslebens. Mädchen-Gymnastikgruppen prägten das öffentliche Bild des TuS über viele Jahre hinweg.
Meisterschaft und Rückschläge auf dem grünen Rasen
1953 feierte der TuS die Meisterschaft in der Kreisklasse, ein Rausch in Rot und Weiß. Doch der Fußball ist ein launischer Begleiter: Nach schwierigeren Jahren musste die Seniorenmannschaft 1959 ihren Spielbetrieb einstellen.
Der Jugendfußball aber hielt die Flamme am Leben. 1961 kam der Neustart. Unter Trainer Willi Mühleib gelangen der Mannschaft zwei Staffelsiege und der Aufstieg von der dritten bis in die erste Kreisklasse. Später führte Manfred Hartstang den TuS sogar in die A-Klasse.
Horst Ostermeier – Ein Mann, der den Verein prägte
Unter dem besonderen Einsatz des damaligen Vorsitzenden Horst Ostermeier wurde die Turnhalle 1967 umfassend renoviert und um Dusch-, Geräte- und Umkleideräume erweitert. Ostermeier war einer jener Menschen, die einem Verein ein Gesicht geben, durch Tatkraft, Hingabe und die stille Gewissheit, dass es sich lohnt, für die Gemeinschaft zu arbeiten.
Kapitel IV – Die goldenen Jahre
Wie ein kleines Dorf ganz groß aufspielt
75Jahre TuS – Zehn Tage Rodenbach im Ausnahmezustand
Das Jahr 1971 markierte das 75-jährige Vereinsjubiläum und wurde ein Triumph auf ganzer Linie. Zehn Tage lang feierte Rodenbach. Erstmals wurde der Fußball-Deichstadtpokal ausgespielt, der sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der traditionsreichsten Turniere der Region entwickeln sollte.
Der Deichstadtpokal – Als Rodenbach Gladbach bezwang
1973 gewannen die Rodenbacher Fußballer das hochklassig besetzte Turnier mit einem Sieg gegen den VfL Neuwied in Gladbach. Ein Jahr später führte Trainer Günther Schenk die Mannschaft zur Kreismeisterschaft und zurück in die A-Klasse. Auf der Alm, wie die Rodenbacher ihren Sportplatz liebevoll nennen, herrschte Ausnahmezustand.
Mehr als nur Fußball: Ringtennis, Korbball und Karate
Während sich die Fußballer sportlich etablierten, entstanden in den 1970er Jahren weitere erfolgreiche Abteilungen. Die Ringtennisspieler nahmen an südwestdeutschen und deutschen Meisterschaften teil. Die Korbballmädchen belegten mehrere Jahre Spitzenplätze in der Landesliga.
Ob Kontakt-Karate, Schwimmen oder Tischtennis, das Angebot war für einen kleinen Ort wie Rodenbach außergewöhnlich breit gefächert. Der TuS hatte sich vom Turnverein zum Breitensportverein gewandelt.
Die Halle wächst und ein legendärer Verkauf
In den 1980er Jahren wurde die vereinseigene Turnhalle erneut erweitert. Der TuS profilierte sich zunehmend als hervorragender Gastgeber großer Veranstaltungen: der Deutschlandpokal der Korbballer 1991, das Alt-Herren-Turnier der Rodenbacher Vereine, das überregional bekannte Open-Air-Festival, die Liste war lang.
1987 wurde die vereinseigene Turnhalle symbolisch für eine Mark an die Stadt Neuwied verkauft. Eine einzige Mark für jahrzehntelange Arbeit. Doch der Verein wusste: Was zählt, ist nicht der Preis. Was zählt, ist das Weiterleben.
Kapitel V – Die Alm bebt
600 Zuschauer, ein Entscheidungsspiel und der Tag, an dem Mainz 05 nach Rodenbach kam
Die Rückkehr der Erfolge
In den 1990er Jahren begann für die Fußballer eine neue Ära. Unter Trainer Stephan Herzog kehrten viele Rodenbacher Spieler zum TuS zurück. Zwei Aufstiege führten die Mannschaft bis in die A-Klasse, wo man mehrfach Vizemeister wurde.
Hatzenport 2004 – So nah und doch so fern
2004 fehlte nur ein einziger Schritt zum Aufstieg in die Bezirksliga. Im Entscheidungsspiel vor rund 600 Zuschauern in Hatzenport musste sich der TuS geschlagen geben. Es war einer jener Momente, in denen eine ganze Gemeinschaft innehält, enttäuscht, aber auch unendlich stolz auf das Erreichte.
100 Jahre TuS Rodenbach – Ein Dorf schreibt Geschichte
1996 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsschrift „100 Jahre TuS Rodenbach 1896–1996“ dokumentierte die bewegte Vereinsgeschichte und wurde zum Zeitdokument einer einzigartigen Gemeinschaft.
Mainz 05 auf der Alm
1999 wurde mit einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 der neue Rasenplatz eingeweiht. Ein echter Gänsehautmoment für den gesamten Ort. Als der Schiedsrichter anpfiff und die Profis über den neuen Rasen jagten, wusste jeder auf der Tribüne: Das hier ist unser Platz. Unsere Alm.
Weltmeister Eckel in Rodenbach
2006 gastierte die Lotto-Elf in Rodenbach. Für viele Zuschauer war es ein ganz besonderer Moment, Weltmeister Horst Eckel – den Helden von Bern – noch einmal live auf einem Fußballplatz erleben zu dürfen. Ein Stück Fußballgeschichte, direkt vor der Haustür.
Kapitel VI – Rodenbach wird Deutscher Meister
Die atemberaubende Erfolgsgeschichte der Ringtennis-AbteilungWas im Jahr 2007 begann, liest sich wie ein Sportmärchen: Die Ringtennis-Abteilung des TuS Rodenbach entwickelte sich zur erfolgreichsten Abteilung in der gesamten Vereinsgeschichte und katapultierte den kleinen Verein auf die nationale Bühne.
2007: Der Durchbruch
Sebastian Podsiadly gewann den deutschen Meistertitel im Einzel der männlichen Jugend 14 sowie gemeinsam mit Philipp Velten den Titel im Doppel. Monika Schmitz wurde Deutsche Meisterin im Frauen-30-Einzel. Drei Titel und das war erst der Anfang.
2008: Rodenbach ist Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister Die Jugendmannschaft holte erstmals die Deutsche Jugend Mannschaftsmeisterschaft im Ringtennis nach Rodenbach. Ein Triumph, der das ganze Dorf zum Feiern brachte. Ein Jahr später wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister.
2013: 5 Titel, 5 Mal Silber, 5 Mal Bronze
Die Deutsche Meisterschaft 2013 wurde zur erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte: fünf Meistertitel, fünf zweite und fünf dritte Plätze. Monika Schmitz krönte sich zur dreifachen Deutschen Meisterin. Es war ein Rausch in Gold.
2014: Der Deutschlandpokal kommt an die Wied
In der Saison 2013/2014 gewann der TuS den Deutschlandpokal der Schüler im Ringtennis mit einem Finalsieg gegen die TG Groß-Karben. Wieder jubelte Rodenbach.
Monika Schmitz – Sportlerin des Jahres
2015 gelang Monika Schmitz bei den Deutschen Meisterschaften in Suderwich das Triple. Für ihre Leistungen wurde sie als „Sportlerin des Jahres 2015“ der Stadt Neuwied ausgezeichnet, eine verdiente Ehrung für eine außergewöhnliche Athletin.
Zahlreiche Nachwuchssportler wurden ebenfalls geehrt: Denise Becker, Fabienne Dott, Nils Lehnert, Tom Rockenfeller und Daniel Schmidt. Sie alle trugen den Namen des TuS Rodenbach mit Stolz auf die nationale Bühne.
Die Erfolge reißen nicht ab
2018 gewann Dagmar Spang einen deutschen Meistertitel im Einzel. 2019 wurde Henning Bartels Deutscher Meister in der Klasse Männer 19–29. Die Ringtennis-Abteilung hatte sich als Aushängeschild des Vereins etabliert, dauerhaft, konstant, auf höchstem Niveau.
Kapitel VII – Frauen, die Geschichte schrieben
Vom Bezirksligakick zur Regionalliga Südwest.
Parallel zur Ringtennis-Erfolgsgeschichte sorgte der Frauenfußball für Aufsehen. Was als kleines Team begann, entwickelte sich zu einer der bemerkenswertesten Aufstiegsgeschichten im regionalen Frauenfußball. Innerhalb weniger Jahre stiegen die Frauenmannschaften von der Bezirksliga bis in die Regionalliga Südwest auf, die dritthöchste deutsche Spielklasse. Die Saison 2011/2012 markierte den Höhepunkt: TuS Rodenbach spielte dort, wo sonst nur die Großen spielen.
Wenn jemand behauptet, im Dorf sei nichts möglich, dann hat er noch nie die Frauen des TuS Rodenbach spielen sehen.
Kapitel VIII – Fußball zwischen Himmel und Hölle
Bezirksliga, Abstieg, D-Klasse und der unbeugsame Wille zum Aufstieg.
2008 ging der TuS im Fußball eine Spielgemeinschaft mit Eintracht Neuwied ein. Erstmals spielte die Mannschaft in der Bezirksliga, ein historischer Moment. Doch nach dem direkten Wiederabstieg folgte ein sportlicher Umbruch. Trotz eines Kreispokalsiegs mussten die Fußballer später sogar den bitteren Gang in die D-Klasse antreten. Es waren Jahre, in denen der Charakter wichtiger war als die Tabelle. Jahre, in denen sich zeigte, wer wirklich zu diesem Verein steht.
2019: Der Aufstieg über die Relegation
Im Jahr 2019 schaffte die Herrenmannschaft unter der Leitung von Trainer Jörg Schmitz über eine dramatische Relegationsrunde den Aufstieg. Ein Befreiungsschlag. Ein Moment purer Freude. Der Beweis, dass dieser Verein jedes Tal durchschreiten kann.
Kapitel IX – Zusammenhalt in der Krise
Corona, Stillstand und ein Jubiläum, das trotzdem gefeiert wird
Die Jahre 2020 und 2021 standen im Zeichen der Corona-Pandemie. Der Sportbetrieb war massiv eingeschränkt. Trainingsplätze verwaist, Umkleiden geschlossen, Turniere abgesagt. Doch der TuS Rodenbach hielt zusammen – wie er es immer getan hat.
Trotz aller Herausforderungen konnte 2021 das 125-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Im selben Jahr nahm der TuS zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte am Rheinlandpokal teil.
2022: Der Deichstadtpokal feiert Geburtstag
2022 wurde ein besonderes Jahr: Der TuS richtete die 50. Auflage des traditionsreichen Deichstadtpokals aus und holte zugleich die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen nach. Es war ein Fest, das zeigte: Diese Gemeinschaft lässt sich von nichts unterkriegen.
Zum 125-jährigen Jubiläum konnte der TuS außerdem die Traditionsmannschaft des 1.FC Köln als Gast begrüßen.
Neue Angebote für neue Zeiten
Der Verein entwickelte sich weiter und schuf zeitgemäße Angebote: Reha-Sport, Kinderturnen, Eltern-Kind-Turnen und Badminton ergänzten das Portfolio. Der TuS bewies, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sind.
Kapitel X – Die Zukunft hat längst begonnen
Neue Meister, neue Wege, neue Träume
Nach der Corona-Pause knüpfte die Ringtennis-Abteilung nahtlos an ihre Erfolge an. Henning Bartels gewann erneut einen deutschen Meistertitel. Axel Runkel holte Bronze in der Altersklasse 50. Nachwuchsspielerinnen wie Luise Schmitt, Julia-Marie Blum und Sara Ostojic sorgten für starke Ergebnisse.
Sara Ostojic – Die Zukunft trägt ihren Namen
2023 wurde Sara Ostojic bei der Sportlerehrung der Stadt Neuwied als Nachwuchssportlerin des Jahres ausgezeichnet. Im selben Jahr gewann Dagmar Spang erneut einen deutschen Meistertitel, während Sara Ostojic deutsche Vizemeisterin im Jugend-Einzel wurde.
2024 wurde die Ringtennis-Spielgemeinschaft des TuS Rodenbach und des TV Heddesdorf als Nachwuchsmannschaft des Jahres geehrt.
Spielgemeinschaft mit der TSG Irlich
Bündeln und wieder lösen
Im Fußball ging der TuS zur Saison 2024/2025 eine Spielgemeinschaft mit der TSG Irlich ein. Ziel war es, Kräfte zu bündeln und Trainingsbedingungen zu verbessern. Nach einem Jahr wurde die Zusammenarbeit einvernehmlich beendet. Beide Vereine konnten wieder eigenständige Mannschaften stellen. Ein Zeichen der Stärke.
2025: Vizemeister bei den Deutschen Jugendmeisterschaften
Auch 2025 setzte die Ringtennis-Abteilung ihre Erfolgsgeschichte fort. Bei den Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften erreichte die Mannschaft den zweiten Platz, ein weiterer Beweis für die herausragende Jugendarbeit des Vereins.
2026: Deutschland blickt auf Rodenbach
Ein weiterer Höhepunkt wartet: 2026 ist der TuS Rodenbach Ausrichter der 77. Deutschen
Feldmeisterschaften im Ringtennis. Auch für die Fußballer steht das nächste Highlight vor der Tür. In einer einmaligen Spielgemeinschaft mit dem VfL Wied Niederbieber empfangen wir den Drittligisten Viktoria Köln auf der Alm.
Epilog – Mehr als ein Verein
130 Jahre TuS Rodenbach – Eine Liebeserklärung an die Gemeinschaft
Heute steht der TuS Rodenbach mit rund 300 Mitgliedern auf gesunden Fundamenten. Doch Zahlen
erzählen nur die halbe Wahrheit. Dieser Verein ist Treffpunkt und Heimat. Er ist der Ort, an dem Kinder zum ersten Mal über eine Reckstange schwingen, an dem Jugendliche lernen, was Teamgeist bedeutet, und an dem Erwachsene Freundschaften schließen, die ein Leben lang halten.
Seit 1896 verbinden den TuS Rodenbach Werte, die niemals alt werden: Zusammenhalt, Leidenschaft, ehrenamtliches Engagement und die Liebe zum Sport. Generationen von Menschen haben diesen Verein geprägt. Und Generationen werden seine Geschichte weiterschreiben.
Der TuS Rodenbach ist nicht nur ein Sportverein. Er ist das schlagende Herz unseres Dorfes.
